eingetragen am: 19.12.2011 um 23:47 Uhr, Alter: 153 Tag(e)

Hoffnung für Hebewerk: Förderverein in Kontakt zum Bundesverkehrsminister

Ramsauer zeigt persönliches Interesse / Wiedereröffnung im Mai 2012 weiter im Blick

Volksstimme 19.12.2012

Hoffnungsschimmer für den stillgelegten Schiffsfahrstuhl in Rothensee. Der Förderverein technische Denkmale Sachsen-Anhalt hat auf dem Direktweg mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erste Gespräche über den Weiterbetrieb des Schiffshebewerks geführt.


Von Karl-Heinz Kaiser
Berlin/Magdeburg • Fördervereinsvorsitzender Reiner Riegg habe den Ressortchef am Rande des Baustarts an der A14-Nordverlängerung über den Nutzen des 2006 geschlossenen technischen Denkmals für die touristische und für die
Sportschifffahrt informiert, sagte Vereinspressesprecher Rüdliger Hartewig.

Ramsauer soll Bereitschaft geäußert haben, sich persönlich damit zu befassen.
Der Verein hat flankierend zu den derzeit laufenden Verhandlungen der Stadt über die Wiederinbetriebnahme des legendären Schiffsfahrstuhls (wir berichteten) weitere praktische Aktivitäten ausgelöst.
In Erwägung gezogen wird, gestandene Gise-Experten, die den Kettendampfer „Gustav Zeuner" restauriert haben, für das Betreiben des Zwei-Schwimmer-Hebewerks einzusetzen.

Geprüft vom Fachheirat des Fördervereins wurde außerdem der vom Bund veranschlagte und von Praktikern in Zweifel gezogene Kostenansatz von 700000 Euro für Reparaturen vor einem Weiterbetrieb durch die Stadt.
Die Expertengruppe sei jetzt zu dem nachweisbaren Schluss gekommen, dass weniger als die Hälfte der Kosten anfallen würden, heißt es in einer Verlautbarung des Fördervereins.

Vereinsvorsitzender Reiner Riegg hat Ramsauer in einem dem Minister bereits vorliegenden Brief auch gebeten, diese Kosten zu übernehmen. Dann könnten zügig die Instandsetzungsmaßnahmen beginnen.

Der Vorstand des Fördervereins geht davon aus, dass die Landeshauptstadt mit Hochdruck den Pachtvertrag mit dem Bund verhandelt. Ein mögliches Szenario, so Rüdiger Hartewig nach der kürzlichen Vorstandssitzung, gehe von einer
Wiederinbetriebnahme des Schiffshebewerks im Mai 2012 aus.


Hintergrund: Im August dieses Jahres hatte der Bund in seinen Verhandlungen mit OB Lutz Trümper einen neuen Kompromiss vorgelegt.
Demzufolge wird das europaweit einmalige Zweischwimmer-Hebewerk, das nach dem Neubau der Schleuse angeblich aus Kostenersparnis geschlossen wurde, zu einem symbolischeePreis (1 Euro) an die Landeshauptstadt verpachtet.
Stadt, Umlandgemeinden und das Land sollen es auf eigene Kosten, eigenes Risiko und mit eigenem Personal saisonal auf Verschleiß betreiben. Einbegriffen sind die geforderten 700 000 Euro Reparaturkosten. Geschleust werden sollen nur
Sportschiffe und Fahrzeuge der touristischen Schifffahrt.

Eine vor der Schließung von der Stadt ausgelöste Listensammlung gegen die Stilllegung des für die Tourismuswirtschaft sowie für die Schifffahrt gleichermaßen nützlichen technischen Denkmals hatte über 56 000 Unterschriften pro Hebewerk
eingebracht. Sie dokumentieren den identitätsstiftenden Charakter des über 70 Jahre alten und energiesparend funktionierenden Wasserbauwerkes.