eingetragen am: 21.02.2016 um 00:00 Uhr, Alter: 3 Jahr(e)

MS „Sans Souci“ sagt Heimathafen adé

Saale-Ausbau in Mukrena gefordert

Die MS „Sans Souci“ zieht von Mukrena nach Hohenwarthe um. (BILD: Dirk Becker)

MZ Bernburg,  18.02.2016,   Von Torsten Adam

Das Hotelschiff MS "Sans Souci" muss nach Hohenwarthe umziehen, weil die Saale nicht ständig zu befahren ist. Der Besitzer fordert einen Ausbau der Schiffbarkeit der Saale.

Mukrena. 

Seine Forderung ist deutlich, die Umsetzung schwierig: Für Peter Grunewald schreit der bundesweit boomende Wassertourismus förmlich nach einem Ausbau der Schiffbarkeit der Saale. Damit unterstützt der Eigentümer und Kapitän des Hotelschiffs „MS Sans Souci“ die langjährigen Forderungen des Saale-Bündnisses.

In den Fluss müsse endlich umfassend investiert werden, meint Grunewald. Vor allem den Bau des rund 7,5 Kilometer langen Saale-Seitenkanals bei Tornitz sehne er herbei. Mit seiner 82 Meter langen MS „Sans Souci“ könne er die sich kurz vor der Elbmündung stark dahinschlängelnde Saale nur schwerlich bewältigen, insbesondere bei niedrigen Wasserständen. „Ich komme kaum noch den Fluss hoch“, klagt der 49-jährige Unternehmer.

Er hofft, dass der von etlichen Wirtschaftsunternehmen entlang der Saale und der Mehrheit der Bevölkerung unterstützte Kanal-Neubau im neuen Bundesverkehrswegeplan Berücksichtigung findet. Das Land Sachsen-Anhalt hat das rund 100 Millionen Euro teure Projekt beim Bund dafür angemeldet, im kommenden Frühjahr ist mit der Veröffentlichung des immer wieder verschobenen Entwurfs zu rechnen.

Der fehlende Kanal ist aber nicht die einzige Sorge, die Grunewald umtreibt. Er übt vor allem Kritik am Wasser- und Schifffahrtsamt, das einen langjährigen Reparaturstau an den Schleusen vor sich herschiebe. „Und wenn was gemacht wird, dann immer nur Schleuse für Schleuse.“ Die gestückelten Sperrungen würden Flusskreuzfahrer wie ihn und die Binnenschifffahrt im Allgemeinen stark beeinträchtigen. Auch fehle es an Liegeplätzen für Berufsschiffer. „Man zwingt mich, ausgebuchte Fahrten oft kurzfristig abzusagen oder gänzlich umzustricken. Aber das funktioniert nicht. Die Passagiere wollen mit dem Schiff auf der Saale fahren und Ausflüge rechts und links machen.“ Die Nachfragen seien extrem hoch. Regelmäßig müsse er allerdings seine Gäste mit einem Bus vertrösten, was verständlicherweise für Unmut sorge: „Man bucht ja keine Flusskreuzfahrt oder einen Tagesausflug, um dann im Bus zu sitzen.“

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