Wussten Sie…?
  1. Die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Elbe
  2. Der Domfelsen
  3. Vom Urstromtal zur Kulturlandschaft
  4. Begriffe und Definitionen aus dem Wasserbau
  5. Buhnen und Streichlinien
  6. Buhnenbau
  7. Mittel zur Regelung eines Flusslaufes
  8. Staustufen
  9. Wieviel Schiff verträgt die Elbe und Saale?
  10. Wasserstrassen – Ein Malheft für Kinder
  11. Der Magdeburger Pegel
  12. Der Verkehrsweg Elbe
  13. Häufig gestellte Fragen
  14. Saale Seiten Kanal Tornitz (SSK Tornitz)

Rolf Lack 29.05.2012

Begriffe und Definitionen aus dem Wasserbau

Um Planungen jeglicher Art für einen Flusslauf vornehmen zu können, sind umfangreiche Vorarbeiten erforderlich. Diese erstrecken sich auf die Herstellung von Lage- und Höhenplänen, Längsschnitte, Querschnitte, Untersuchungen der Geschiebebewegung und Eisabfuhr, Geschwindigkeits- und Abflussmengenmessung (Q) und Wasserstandsbeobachtungen (W).

Wasserstandsbeobachtung W

Wasserstände werden an Lattenpegeln abgelesen. Das sind lotrechte oder schräg liegende Maßstäbe im Wasser, deren Nullpunkt so gewählt wird, dass er immer unterhalb des niedrigsten Wasserstandes liegt. Somit entstehen keine negativen Werte. Der Nullpunkt ist auf eine Höhe über NN (Normal Null) bezogen. Der abgelesene Pegelwert entspricht nicht der Wassertiefe an dieser Stelle. Die Wassertiefe ergibt sich, wenn man von dem Pegelwert des Wasserstandes den Pegelwert der Flusssohle abzieht. Die Flusssohle wird durch Peilungen gemessen. Die Addition des Pegelwertes und zugehöriger Höhe des Pegelnullpunktes über NN gibt den Wasserstand bezogen auf m ü. NN an. Heutzutage werden die Ablesungen zusätzlich durch elektronische Messwertgeber unterstützt.

Aus den Ablesungen in der zeitlichen Reihenfolge entsteht die Ganglinie. Ordnet man die Wasserstände nach der Größe entsteht die Häufigkeitslinie. Aus dieser Linie kann die Häufigkeit der einzelnen Wasserstände abgelesen werden. Das Mittelwasser ist der Wasserstand, der genau so oft unter- wie überschritten wird. Das Mittelwasser ist je nach dem, ob es sich um ein „trockenes“ oder „nasses“ Jahr handelt, unterschiedlich. Um einen statistischen Ausgleich zu erhalten, werden die jeweiligen Jahresganglinien eines Zeitraumes (z.B. 10 Jahre) zusammengefasst und gemittelt. So entsteht z.B. ein Mittelwasser der Jahresreihe 1996/2005.

Quelle: Taschenbuch der Wasserwirtschaft
Wasserstände/Abflüsse Werte am Pegel Strombrücke MD 1991/2000
NNW niedrigster überhaupt bekannter Wasserstand (cm) 48
NNQ niedrigste überhaupt bekannte Abflussmenge (m3/s) 142
NW niedrigster Wasserstand 76
NQ niedrigste Abflussmenge 197
MNW mittlerer niedrigster Wasserstand 91
MW Mittelwasser 189
MQ mittlere Abflussmenge 464
MHW/MHQ 429/1680
HW/HQ Abk. f. die Hochwasserstände 557/2840
HHW/HHQ 701/4770

Weitere wichtige Werte, wie GLW und BW werden in dem Beitrag „Wieviel Schiff verträgt die Elbe und Saale?“ erläutert.