Wussten Sie…?
  1. Die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Elbe
  2. Der Domfelsen
  3. Vom Urstromtal zur Kulturlandschaft
  4. Begriffe und Definitionen aus dem Wasserbau
  5. Buhnen und Streichlinien
  6. Buhnenbau
  7. Mittel zur Regelung eines Flusslaufes
  8. Staustufen
  9. Wieviel Schiff verträgt die Elbe und Saale?
  10. Wasserstrassen – Ein Malheft für Kinder
  11. Der Magdeburger Pegel
  12. Der Verkehrsweg Elbe
  13. Häufig gestellte Fragen
  14. Saale Seiten Kanal Tornitz (SSK Tornitz)

Rolf Lack 26.02.2009

Der Magdeburger Pegel

Fährt man über die Elbe von Ost nach West, gleitet der Blick zu der meistgelesenen Anzeigetafel in Magdeburg: der Pegel Magdeburg an der Strombrücke bei Elbe km 326,60. Am 14.4.2008 zeigte er den Wert 3.62 an. Viele Magdeburger kennen ihren Pegel und das dazugehörige Bild der fließenden Elbe genau. Trotzdem bleiben noch Fragen offen, die erläutert werden sollen.

Erstmalig ist der Pegel 1727 erwähnt. Seit 1898 findet die Ablesung bis heute statt. Durch unterschiedliche Höhensysteme für das Vermessungswesen wurde die Lage des Pegelnullpunktes (PNP) immer wieder neu festgelegt.

Seit dem 1.11.2006 ist mit der Einführung eines neuen Höhenbezugssystem der PNP auf 39,885 m ü. NN festgelegt. Also lag am 14.4.2008 der Wasserspiegel der Elbe am Pegel 39,885m + 3,62m = 43,505 m ü NN. Der Pegelnullpunkt wird immer so gewählt, dass der Austritt der Pegelleitung auch bei niedrigsten Wasserständen in der Elbe von Wasser bedeckt ist.

Der Wert 3.62 ist aber nicht der Wassertiefe in der Fahrrinne gleich zu setzen. Die Fahrrinnentiefe an diesem Tag betrug in der Elbestrecke 5 (Saalemündung - Einfahrt Rothenseer Verbindungskanal) 4,12 m.

Beim Hochwasser (HW) im Sommer 2002 zeigte die Anzeigetafel den Wert von 6,80 an. Der bisher höchste gemessene Wert (HHW) am Magdeburger Pegel lag am 18.02.1941 bei 7.01.

Aber auch die Niedrigwasserstände sind wichtige Daten. Das niedrigste Niedrigwasser (NNW) hat man am 22.07.1934 mit einem Wert von 48 beobachtet. Neben den vielen Zwischenwerten der Pegelablesungen, z. B. NW, MNW, HW und MNW sind 2 Wasserstände für den Verkehrswasserbauer wichtig: Das mittlere Niedrigwasser (MNW) entspricht dem Gleichwertigen Wasserstand (GLW). Am Pegel Magdeburg beträgt er den Wert 91. Der Wasserstand bei GLW und die damit verbundene Wassertiefe war vor dem Hochwasser 2002 vorhanden und entspricht dem Unterhaltungsziel für den Verkehrsweg Elbe.

Bis zum Jahr 2010 wird der gesamte Verkehrsweg Elbe eine Fahrrinnentiefe von 1,60 m und mehr durch Wiederherstellung der Buhnen und durch Baggerungen erhalten. Dieser untere Wert von 1,60 m soll nur an 20 Tagen im Jahr unterschritten werden.

In der Gewässerkunde ist auch noch der Mittelwasserstand (MW) eine wichtige Kenngröße. Das Mittelwasser wird im Verlauf eines Jahres genauso oft über- wie unterschritten und dient der Bemessung von Bauwerken, z. B. im Verkehrswasserbau gibt es den Mittelwasserausbau: durch den Bau von Buhnen und Deckwerken wird die Fahrrinne durch den Fluss selbst so gestaltet, dass er eine bestimmte Wassertiefe hält.