Wussten Sie…?
  1. Die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Elbe
  2. Der Domfelsen
  3. Vom Urstromtal zur Kulturlandschaft
  4. Begriffe und Definitionen aus dem Wasserbau
  5. Buhnen und Streichlinien
  6. Buhnenbau
  7. Mittel zur Regelung eines Flusslaufes
  8. Staustufen
  9. Wieviel Schiff verträgt die Elbe und Saale?
  10. Wasserstrassen – Ein Malheft für Kinder
  11. Der Magdeburger Pegel
  12. Der Verkehrsweg Elbe
  13. Häufig gestellte Fragen
  14. Saale Seiten Kanal Tornitz (SSK Tornitz)

Hendrik Täger, Rolf Lack 26.02.2009

Saale Seiten Kanal Tornitz (SSK Tornitz)

Schema Saaleseitenkanal

Bedingt der Bau des SSK Tornitz den Bau von Staustufen in der Elbe?

Die ursprüngliche Vorzugsvariante für die Lösung der unzureichenden Anbindung des Hafens Halle an die Wasserstrasse Elbe war eine Staustufe in der Saale bei Klein Rosenburg.

In der öffentlichen Diskussion über Vor- und Nachteile dieses alten Vorschlages entstand die Lösung eines Saale Seiten Kanals, der die letzten Kilometer der Saale von der Schleuse Calbe bis zur Mündung in die Elbe in ihrem frei fließenden Zustand beließ.

Die neue Variante besteht aus drei Teilstrecken:

  1. die Saale von der Schleuse Calbe (km 20) bis zum Abzweig des SSK (km 17,5), frei fließend
  2. der Saale Seiten Kanal mit der Schleuse Tornitz
  3. die Saale von der Einmündung des SSK in die Saale (km 2,0) bis zur Mündung der Saale in die Elbe (km 0), frei fließend.

Die entscheidenden Kriterien, ob die Saale dadurch bessere Bedingungen als die Elbe bei Niedrigwasser erhält, liegen in den Strecken zu Ziffer 1. und 3. Bei falscher Interpretation wachsen die Befürchtungen, dass die Folge der Bau von Staustufen zwischen Barby und dem Wasserstraßenkreuz Magdeburg ist. Die Niederschlagsereignisse zwischen den Abflussgebieten der Saale und Elbe sind relativ gleichzeitig wegen der geographischen Nähe. Wenn also Niedrigwasser in der Elbe herrscht ist es wahrscheinlich, dass auch in der Saale Niedrigwasser herrscht. Stark von einander abweichende Abflussereignisse zur gleichen Zeit gibt es zwar, sind aber selten. Somit besteht keine Veranlassung, Staustufen in der Elbe zu konzipieren für den Fall, dass in der Saale Hochwasser herrscht, wenn in der Elbe niedrige Wasserstände sind.

Die Dimensionierung des SSK mit einer Tiefe von 3 m hat mit Bau von Staustufen in der Elbe nichts zu tun. Die 3 m Tiefe des Kanals ergibt sich aus physikalischen Grundkenntnissen. Ein Schiff in einem Kanal wirkt wie ein Kolben, der durchs Wasser geschoben wird. Fährt das Schiff mit geringem Abstand zu den Ufern des Kanals, sind die Reibungskräfte durch die Umströmung und aufgrund der Zähigkeit des Wassers so groß, dass eine wirtschaftliche Fahrweise (z.Bsp. 10 km/h) nicht mehr gegeben ist. Diese erhält man, wenn das Verhältnis des eingetauchten Schiffsrumpfes zum Kanalquerschnitt 1:7 beträgt. Um nicht unnötig Land zu verbrauchen, dimensioniert man den Kanal in diesem Fall für eine einspurige Fahrt und für eine Tiefe von 3 m. Damit bleibt die in Anspruch genommene Grundfläche gering.

Der Bau von Staustufen stand nie zur Debatte.

Die Saale von der Mündung in die Elbe bis zur Schleuse Tornitz korrespondiert unmittelbar mit der Elbe und entspricht den Fahrrinnenverhältnissen, wenn die Elbe 1,60 m Wassertiefe hat ist auch nicht mehr in dieser Saalestrecke vorhanden.

Die Entscheidung, den SSK zu bauen ist mit Zustimmung der Rot/Grünen Regierung auf den Weg gebracht, mit der Auflage, ein Raumordnungsverfahren vorzuschalten.